Überzahl am Ende nicht ausgenutzt –  »Da hätten wir mehr den Ausgleich erzwingen müssen«

Tomáš Čvančara hatte in der Nachspielzeit zwei gute Chancen zum Ausgleich. Foto: Dirk Päffgen

Wieder einmal hat es Borussia Mönchengladbach verpasst, nach einem Sieg nachzulegen. Zwei Siege in Folge wollen einfach nicht klappen. Gegen den BVB spielte man lange in Uberzahl, dennoch ging man leer aus. Vor allem deshalb, weil man mit einem Spieler mehr zu spät dran zog und dann in der Nachspielzeit die Chancen nicht nutzte.

Satte acht Minuten Nachspielzeit hatte Schiedsrichter Badstübner der Partie und vor allem den Gladbacher Borussen gegeben, um zumindest noch eine Punkteteilung zu erreichen. Möglich und auch nicht unverdient wäre der Ausgleich gewesen. Allen voran Tomáš Čvančara hatte zwei mehr als gute Möglichkeiten dazu.

Am Ende reichte es aber nicht mehr zu einem Remis und die Borussen hatten die sechste Heimniederlage dieser Bundesliga-Saison kassiert, so viele wie zuletzt vor 13 Jahren. Vermeidbar wäre die Niederlage allemal gewesen. Hätte man gerade in der Schlussphase der Partie mit einem Mann mehr den BVB, der die unter der Woche kräftezehrende Partei in Madrid noch in den Knochen hatte, mehr gefordert und zu Fehlern gezwungen.

Da war man sich im VfL-Lager, dass das insgesamt zu wenig war. Dabei ist man nach dem Dortmunder Doppelschlag durch Max Wöbers Kopfball nach einer Ecke von Honorat noch vor der Pause gut zurückgekommen und hatte dann eben mit einem Mann mehr gute Voraussetzungen. Übrigens: Die Fohlen trafen zum zwölften Mal in dieser Bundesliga-Saison nach einer Ecke. Mehr Tore nach Eckbällen gelangen in der Datenbank-Ära (seit 1993) nie einem Team in einer Spielzeit. »Nach dem Platzverweis haben wir es aber leider nicht geschafft, uns klare Torchancen herauszuspielen. Das war sehr schade«, haderte Wöber.

»In der zweiten Halbzeit haben wir es – mit Ausnahme des Kopfballs von Tomas Čvančara – nicht geschafft, uns 100-prozentige Torchancen herauszuspielen. Wenn du 35 Minuten lang in Überzahl bist, musst du einfach zielstrebiger Richtung gegnerisches Tor spielen, aber das ist uns nicht gelungen«, legte Marvin Friedrich den Finger in die Wunde.

»Die Gelb-Rote Karte hat den Spielverlauf komplett verändert. In der letzten halben Stunde hatten wir die eine oder andere gute Situation und hätten eventuell zum Ausgleich kommen können«, sagte Gerardo Seoane. »Allerdings hat uns in dieser Phase insgesamt die Energie, die Cleverness und die technische Intensität gefehlt, um den tiefen Dortmundern Block zu bespielen und so mehr gefährliche Situationen zu kreieren.«

Insgesamt war das einfach nicht konsequent genug und mit zu wenig Ideen. »Wir haben versucht, alles reinzuhauen, bis zum Schluss. Am Ende haben wir dann aber aus der Roten Karte zu wenig Kapital geschlagen,« sagte Stefan Lainer und brachte es auf den Punkt: »Da hätten wir mehr den Ausgleich erzwingen müssen. Die letzten 20 Minuten müssen wir brennen, der Gegner ist ein Mann weniger und tot, das war zu wenig.«

»Nach dem 0:2-Rückstand waren wir froh, dass wir nochmal ins Spiel zurückgefunden haben. Als wir dann kurz nach dem Wechsel in Überzahl waren, haben wir natürlich gehofft, dass wir zumindest noch einen Punkt holen können«, so Jonas Omlin. »In der Schlussphase hatten wir zwei, drei gute Chancen, die wir leider nicht genutzt haben. Dann hast du es schlussendlich auch nicht verdient, hier noch ein 2:2 zu erreichen.«

Gerade beim 0:1 sah Borussias Nummer eins alles andere als gut aus. »Beim 0:1 war der Platz dann ein wenig zu stumpf, ich hatte gedacht, ich hätte herauskommen können«, erklärte Omlin. »Dann war ich in der Rückwärtsbewegung und Sabitzer macht es dann nicht schlecht.«

Generell nicht als schlecht wollte Lainer die Leistung der Borussen bewerten. »Die Leistung über 90 Minuten war in Ordnung. Wir haben gekämpft, alles gegeben, und schlussendlich waren es Kleinigkeiten, die den Unterschied ausgemacht haben«, resümierte der Österreicher und meinte: »Vielleicht war es auch die individuelle Qualität von Dortmund. Über weite Strecken können wir uns nichts vorwerfen.«

Dennoch steht man eben mit leeren Händen da. Das ist insgesamt sehr ärgerlich weil in diesem Spiel gegen den BVB durchaus etwas möglich war. In der kommenden Woche geht es nun nach Sinsheim zur TSG Hoffenheim, die nach der deutlichen 1:4-Schlappe in Mainz ehest gut zu machen hat…

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