Rouven Schröder würde im Sommer gerne noch drei Spieler abgeben. Foto: Dirk Päffgen
Bald ist das Sommer-Transferfenster geschlossen, drei Spieler sollen Borussia Mönchengladbach aber noch verlassen. Wie es um ihre Situation bestellt ist und was Sportchef Rouven Schröder über die kommenden Tage verriet.
Ein ereignisreicher Transfersommer neigt sich dem Ende zu. Rouven Schröder, Borussia Mönchengladbachs Sportchef, könnte aber bis zum Deadline-Day am 1. September noch weitere Transfers verkünden, vor allem auf der Abgangsseite. Klar ist, dass Joe Scally, Florian Neuhaus und Tomáš Čvančara den Verein noch verlassen sollen, allerdings könnten sich die Abgänge bis zum Ende ziehen, wenn sie denn überhaupt vollzogen werden.
Schröder mit dem »Fingerzeig« und dem Lob für drei Talente
Denn sowohl Joe Scally als auch Florian Neuhaus gehen in ihr letztes Vertragsjahr in Gladbach, und zumindest bei Scally erhofft sich der Verein noch eine Ablöse. Bei Neuhaus ist der Antrieb vor allem, sein Gehalt in Höhe von vier Millionen Euro einzusparen, weswegen beide am Sonntag beim Pokal-Auftakt nicht im Kader standen. »Grundsätzlich ist es schon auch ein Fingerzeig. Wir haben einen Konkurrenzkampf, das Kollektiv hat sich deutlich verstärkt, wir haben sehr hungrige Spieler dazubekommen. Das ist völlig normal. das erste Pflichtspiel ist ein Fingerzeig«, sagte Schröder vor der Partie am Sky-Mikrofon.
Sportliche Entscheidungen würden so getroffen, dass im Zweifel »Arrivierte auch draußen bleiben. Und dann haben wir Vertragssituationen, und dann schauen wir mal was noch passiert«, fügte er an. Ersatz könnte von Extern kommen, aber auch aus der eigenen Jugend, wie die Beispiele Mathieu Nguefack, Fritz Fleck und Iaia Manco Danfa zeigen. »Auch die drei jungen Spieler, die dazugekommen sind, sind nicht nur einfach Bonusspieler, sondern einfach vollwertige Kadermitglieder. Die haben sich empfohlen und angepirscht – das ist etwas, das wir auch klar fordern«, lobte Schröder die Talente.
Abnehmer für Scally und Čvančara gesucht
Dennoch: Zumindest bei Neuhaus scheint ein Wechsel unwahrscheinlich, zu hoch ist sein Fixgehalt, das ihm einst Ex-Sportdirektor Roland Virkus bescherte. Bei Scally hingegen fehlt es noch an konkreten Angeboten potentieller Abnehmer die Gerüchte über ein Interesse aus England oder Frankreich bleiben zum derzeitigen Stand oberflächlich – das könnte sich zum Ende des Transferfensters aber ändern. Čvančara hingegen, dessen Vertrag noch zwei Jahre Gültigkeit besitzt, soll und könnte auch verliehen werden, Klubs aus den kleineren Oberhäusern Europas dürften Interesse haben.
Geklappt mit einem Wechsel hat es bekanntermaßen bei Nico Elvedi, über den sich Schröder ebenfalls äußerte. »Wenn es dann so ein Spieler ist wie Nico Elvedi, dann ist man natürlich traurig als Vereinsverantwortlicher. Nico ist ein ganz besonderer Spieler und mir persönlich auch im letzten Jahr immer mehr ans Herz gewachsen. Was für ein Sportsmann er ist, was für ein Charakter, das war schon sehr emotional für Nico. Er ist an sich einer, der es mit sich ausmacht, aber jetzt nach außen gekehrt. Deswegen haben wir das auch sehr ernst genommen, als er kam und sagte, er würde gerne noch diesen Schritt machen«, sagte der Sportchef.
Gladbach will »mit Ehrgeiz voraus«
Lob für seine Arbeit gab es vom Sky-Experten Dietmar Hamann, der Gladbach eine gute Rolle in der neuen Saison zutraut. »Es gab sicher auch Saisons, wo die Stimmung nicht ganz so positiv war. Man nimmt das gerne mit, trotzdem wissen wir auch, wie das Fußballgeschäft ist. Es ist ein Ergebnissport. Am Ende des Tages können wir Dinge planen, können versuchen, uns zu verbessern«, blieb Schröder bescheiden. »Es kommt einiges auf uns zu. Und trotzdem: Der Start war ordentlich, sieben Siege in der Vorbereitung bedeuten aber gar nichts, wenn du dann nicht auch erfolgreich bist. Von daher: Mitnehmen, aufsaugen für schlechtere Momente und ganz klar mit Ehrgeiz voraus«, lautet seine Vorgabe.


