0:3! Borussia verliert in Leipzig und Hashioka

Für Tim Kleindienst und die Fohlen gab es in Leipzig nichts zu holen. Foto: picture alliance / Foto Huebner | Foto Huebner

Borussia Mönchengladbach ist mit einer Niederlage in die 64. Bundesliga-Saison gestartet. Am 1. Spieltag unterlagen die Borussen RB Leipzig mit 0:3. Bei den Sachsen wussten die Borussen lediglich zwanzig Minuten zu überzeugen, dann kam viel zu wenig und Leipzig gewann am Ende verdient. Daiki Hashioka musste nach einem Foul anschließend mit einer Trage abtransportiert werden.

Gleich beim Ligaauftakt traf Borussia Mönchengladbach auf seinen ehemaligen Kapitän Rocco Reitz, der inzwischen in Diensten von RB Leipzig tätig ist. Nach dem Sieg im DFB-Pokal erhofften sich die Borussen schließlich auch in Leipzig als Sieger vom Platz zu gehen. Dabei musste Trainer Eugen Polanski auf Yukhym Konoplia (Innenbandriss im Knie, Jens Castrop (Schulter-OP), Fabio Chiarodia (Trainingsrückstand) und Zento Uno (beide Trainingsrückstand) verzichten. 

Weiterhin standen Tomáš Čvančara und Florian Neuhaus nicht im Aufgebot. Dafür aber neben Joe Scally wieder Tim Kleindienst, der in Mainz mit leichten muskulären Problemen gefehlt hatte. Und der Kapitän stand auch gleich wieder in der Startelf und verdrängte aus dieser Isac Lidberg. Zudem rückte Ko Itakura in die Innenverteidigung, Jan Leszczyński musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Ansonsten blieb die Startformation im Vergleich zum Pokalspiel in Mainz unverändert.

Borussia spielt gut mit, kassiert aber dennoch ein Gegentor

Daher begannen die Borussen gut, konnten die Gastgeber vor Probleme stellen und kamen zu ein paar guten Kombinationen vor dem Leipziger Strafraum. Und dann sah es beinahe nach der Führung für Gladbach aus: Bolin kam nach einer Ecke flach zum Abschluss, Leipzigs Torhüter Vandervoort lenkt den Ball an den Pfosten, von wo aus er auf der Linie tänzelt, ehe er ihn auch dort wegfegte (21.). 

Umso ärgerlicher für die Borussen, dass sie nur kurze Zeit später das 0:1-Gegentor hinnehmen mussten. Nach einem Doppelpass mit Gomis steht Baku frei vor Nicolas und schiebt die Kugel unten links ein (26.). Das verunsicherte Gladbach zusehend, auch wenn Polanskis Elf weiter ein gutes Auswärtsspiel machte. Beispielsweise hatte Nusa das 0:2 auf dem Fuß, verfehlte den Kasten aber nur knapp (38.). 

Danach kam Gomis zu einem Kopfball, ehe Orban ebenfalls per Kopf die anschließende Ecke an die Latte beförderte (42.). Doppelt Glück für die Borussen, die froh sein konnten, dass nur drei Minuten später der Pausenpfiff ertönte. Die Borussen kamen wirklich gut in die Partie und spielten mit, dann führten aber eine Unachtsamkeit und ein toller Doppelpass zur Führung für RB, die zur Pause aufgrund der Schussphase der ersten Hälfte dann auch nicht unverdient war.

RB gibt den Ton an und legt nach

Zum zweiten Durchgang verzichteten beide Trainer auf Wechsel. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff brennte es gleich lichterloh im Strafraum der Fohlen. Gruda brachte eine Flanke von rechts nach innen auf den zweiten Pfosten. Dort setzte Banzuzi aus vier Metern zum Seitfallzieher an, traf die Kugel aber nicht richtig (48.). Dafür dann aber Nusa. Der Norweger bekam von Gomis die Kugel, drang in den Strafraum ein und versenkte sie aus fünfzehn Metern mit einem satten Schuss im rechten oberen Eck. Ein Traumtor, an dem Nicolas machtlos war (49.).

Für die Fohlenelf war das natürlich ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt und ein Nackenschlag so kurz nach der Pause. Die Borussen mussten aufpassen, nicht direkt die nächste kalte Dusche zu bekommen, denn RB machte weiter und hatte weitere Möglichkeiten.

Nicolas mit herausragenden Paraden im Sekundentakt

Wieder versuchte es Nusa mit einem strammen Schuss, doch Nicolas wehrte die Kugel mit einem starken Reflex ab (57.). Dann war Borussias Nummer eins quasi im Sekundentakt gefordert. Erst parierte er stark gegen Gruda (59.), ehe er im Anschluss an eine Ecke Nusas Abschluss sowie das Nachsetzen von Orbánund Banzuzi mit starken Reflexen entschärfte (60.).

Vierfach-Wechsel bei den Fohlen, Reitz macht den Deckel drauf

Die Borussen standen weiter unter Dauerdruck und mussten aufpassen, hier nicht mehr Tiere zu kassieren. Polanski hatte das natürlich auch gesehen und nahm gleich vier Wechsel vor (64.). Zwei Minuten später war der Deckel dann auf der Partie. Ausgerechnet Reitz erzielte das 3:0. Nach einem Konter kam der Ex-Borussen nach Zuspiel von Nkunku an den Ball und versenkte diesen durch die Beine von Nicolas zum 3:0 (66.).

Hashioka muss benommen vom Platz

Damit war der Drops in Leipzig gelutscht. Zu allem Übel musste dann auch noch Hashioka vom Platz und anschließend unter lautstarken Beifall mit einer Trage abtransportiert werden. Der Japaner wirkte nach dem Einsteigen von Nusa, der dafür auch die Gelbe Karte erhielt, sichtlich benommen und musste vom Feld. Scally übernahm seine Aufgabe (75.).

In de Schlussviertelstunde passierte nicht mehr allzu viel. Die Fohlen zeigten zwar, dass sie einen Ehrentreffer wollten, fallen sollte dieser aber nicht mehr. Bolin hatte die Kugel in der Nachspielzeit zwar in den Maschen versenkt. Doch der vermeintliche Treffer des Schweden wurde aufgrund von Abseits zurückgepfiffen.

So stand am Ende aus Sicht der Borussen eine verdiente 0:3-Niederlage in Leipzig. Es war ein sehr ordentlicher Beginn bei den Sachsen. Man begann mutig und begegnete RB zunächst auf Augenhöhe. Doch spätestens nach der RB-Führung war es damit vorbei. Nächste Woche gegen die SVE, die Leverkusen geschlagen hat, muss es dann insgesamt und auf Strecke besser werden.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

RB Leipzig: Vandevoordt – Baku (73. Henrichs), Orbán, Lukeba, Raum – Seiwald, Banzuzi (83. Harder), Reitz (83. Vermeeren) – Nusa, Gomis (64. Nkunku), Gruda (73. Bakayoko)

Weiter im Kader: Zingerle (ETW), Estève, Finkgräfe, Maksimovic

Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Hashioka (75. Scally), Diks, Itakura, Ullrich (64. Herold) – Sander, Stöger (64. Nguefack)– Bolin, Mohya (64. Honorat), Hack (64. Lidberg) – Kleindienst

Weiter im Kader: Batz (ETW), Leszczyński, Leopold, Machino

Tore: 1:0 Baku (26.), 2:0 Nusa (49.), 3:0 Reitz (66.)

Gelbe Karten: Nusa / – 

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Stadion: 47.800 (Red Bull Arena, ausverkauft)