Nicolas Kühn kommt aus Como leihweise zur Borussia. Foto: picture alliance / Sipa USA | SOPA Images
Borussia Mönchengladbach hat am Deadline-Day noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und Nicolas Kühn verpflichtet. Der 26-Jährige wird für eine Saison vom italienischen Klub Como 1907 ausgeliehen und trägt wie schon Como zukünftig das Trikot mit der Nummer 19. Die Details.
Als der Deadline-Day am heutigen Dienstag (01. September 2026) begann, war man sowohl als Beobachter und Fan der Gladbacher Borussen gespannt, ob und was sich denn am letzten tag des Sommer-Transferfensters 2026 so tut am linken Niederrhein. Gerade auf der Zugangs-Seite hatte nicht zuletzt der eine und andere Fan nahezu einen Transfer für das Mittelfeld gehofft – für die Sechs und die Zehn.
Doch im wahrsten Sinne des Wortes wurde es am Ende des (Transfer-) Tages ein Spieler für die Außenbahn. Nicolas Kühn, geboren in Wunsdorf bei Hannover, kommt für ein Jahr von Como 1907. Beim italienischen Champions League-Teilnehmer besitzt Kühn noch einen Vertrag bis Sommer 2029. Laut verschiedenen Meldungen sollen die Borussen keine Leihgebühr zahlen und besitzen zudem keine Kaufoption für den Offensivmann, dessen Marktwert „Transfermarkt.de“ derzeit auf zehn Millionen Euro taxiert.
Endgültiger Durchbruch in Schottland
Diesen Transfer mit möglich gemacht haben dürfte die Tatsache, dass sich Kühn in Italien in seinem ersten Jahr nicht hat richtig durchsetzen können. Von 38 Serie A-Partien stand Kühn 37-Mal im Kader. Lediglich 6-Mal in der Startelf, 17-Mal wurde er eingewechselt, traf einmal und gab eine Vorlage. Insgesamt kam der 26-Jährige auf 655 Spielminuten.
Das gestaltete sich ein Jahr zuvor völlig anders, weshalb der Klub aus der Lombardei den Gewinner der Fritz-Walter-Medaille von 2019 in Gold für 19 Millionen von Schottland nach Italien holte. Bei Celtic war Kühn Stammspieler, wurde in anderthalb Jahren zweimal Schottischer Meister, holte einmal den Pokal und einmal den Ligapokal. In insgesamt 69 Spielen erzielte der Außenbahnspieler 24 Tore und gab 18 Vorlagen.
Nun soll Kühn also in Gladbach seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und für Tore und Vorlagen sorgen. Der Linksfuß ist vornehmlich auf den Außenbahnen (links und rechts) zuhause. Überwiegend hat er in den letzten Jahren als Rechtsaußen gespielt. Im offensiven Mittelfeld zwar auch mal gespielt, aber eher seltener.
»Profil noch nicht im Kader«
Somit dürfte Kühn vornehmlich dazu geholt werden sein, um auch Franck Honorat, der von seiner Top-Form weit entfernt ist, Druck zu machen. Allerdings ist Borussias Kader auf den Außenpositionen eigentlich gut besetzt. Bedarf hätte eher im defensiven Mittelfeld und auf der Zehn bestanden. Nichtsdestotrotz tut ein solcher Spieler mit internationaler Erfahrung natürlich jedem Kader gut. Vor allem werden dem ehemaligen deutschen U-Nationalspieler Abschlussstärke, ein gutes Tempo, Kreativität und eine gute Ballbehandlung auch unter Druck nachgesagt, Alles Attribute, die den Borussen natürlich guttun können.
»Rouven Schröder begründet das Leihgeschäft derweil so: „Wir haben immer gesagt, dass wir zuschlagen wollen, wenn sich noch einmal ein spannendes Fenster öffnet mit einem Spieler, der uns direkt verstärkt, dessen Profil wir nicht so im Kader haben und der wirtschaftlich realisierbar ist«, so Sportchef Rouven Schröder. »Nicolas ist Linksfuß, offensiv flexibel einsetzbar, schnell, kann Situationen im Eins-gegen-Eins lösen und ist zudem auch torgefährlich. Das alles hat er nicht zuletzt auch auf internationaler Bühne unter Beweis gestellt. Deswegen freuen wir uns sehr, dass sich gegen Ende der Transferperiode diese Möglichkeit ergeben hat, ihn auszuleihen.«
»Ich hatte sehr gute Gespräche mit den Verantwortlichen, sodass mir ziemlich schnell klar war, dass ich diesen Schritt machen möchte. Borussia ist ein ambitionierter und cooler Verein.«, sagt Nicolas Kühn. »Entsprechend freue ich mich sehr auf die Fans und das Stadion. Generell war es immer mein Ziel, in der Bundesliga zu spielen, und ich bin sehr froh, dass es nun Realität wird.«

