Baustelle Borussia: Die Fohlen vertrauen dem Nachwuchs 

Luca Netz ist mit nur 20 Jahren bei Borussia Stammspieler. Foto: Dirk Päffgen

Zuletzt lief es für Borussia: In den vergangenen vier Partien vor der Länderspielpause blieb die Fohlenelf ungeschlagen und fuhr drei Siege ein. Maßgeblichen Anteil daran hatte auch Rocco Reitz. Der 21-Jährige symbolisiert den eingeschlagenen Weg von Gerardo Seoane wie kein anderer Spieler. Borussias Trainer setzt nämlich auf zahlreiche Youngster. Unsere aktuelle Baustelle, präsentiert von der Schotes Firmengruppe. 

Reitz brachte sich in den Vordergrund 

Die Freude über das 4:0 von Borussia Mönchengladbach gegen den VfL Wolfsburg war groß. Doch ein Spieler jubelte nach dem elften Spieltag besonders stark. Eigengewächs Reitz markierte gegen die Wölfe sein erstes Profi-Tor für Borussia und belohnte sich mit dem Treffer für seine starken Leistungen in dieser Saison. »Ich habe immer davon geträumt, hier im Borussia-Park mein erstes Tor zu schießen. In echt war es sogar noch besser als in meinen Vorstellungen. Es war unglaublich und kaum in Worte zu fassen. Ich bin sehr glücklich, dass ich der Mannschaft damit helfen konnte«, sagte Reitz nach seinem Tor-Debüt. 

Schon seit 2009 trägt er das Trikot der Fohlenelf und durchlief sämtliche Jugendmannschaften im Verein. Vor der Saison hatte man den Youngster vielleicht nicht unbedingt für das Stammpersonal auf dem Zettel, doch Reitz steht sinnbildlich für den neuen Weg der Fohlen. Trainer Seoane gibt den jungen Spieler eine Chance und schenkt ihnen vor allen Dingen das vollste Vertrauen. Dieses zahlte Reitz in den bisherigen Partien eindrucksvoll zurück und durfte sich bereits über acht Startelf-Einsäztze freuen. Seoane scheut auch nicht davor, bekannte Spieler auf die Bank zu setzen. Das prominenteste Beispiel ist derzeit Florian Neuhaus, denn im Mittelfeld führt derzeit kein Weg an Reitz und Julian Weig vorbei. Neuhaus spielt eine eher untergeordnete Rolle. 

Mit Weigl hat Reitz zudem einen guten und erfahrenen Lehrmeister an seiner Seite. Weigl präsentiert sich neben dem Shootingstar als echter Führungsspieler. Der 28-Jährige ist nur einer von sechs Akteuren, die in der bisherigen Bundesliga-Saison noch keine Spielminute verpassten. Außerdem glänzt Borussias Kapitän mit einem starken Aufbauspiel und einer Passquote von 91,87 Prozent. Das macht im Liga-Ranking Platz neun. Davon profitiert eben auch Reitz, der zunehmend selbstsicherer wird und sich im Spiel nach vorne mehr zutraut. Der Lohn: In den nächsten Tagen winkt sogar das Debüt in der U21-Nationalmannschaft von Deutschland. 

Luca Netz macht gute Fortschritte 

Sicherlich gaben die Verantwortlichen um Roland Virkus vor der Saison das Ziel aus, wieder vermehrt auf junge Spieler zu setzen. Trotzdem ist es schön zu beobachten, wie die Fohlen dieses Vorhaben auch konsequent in die Tat umsetzen. »Wir haben uns vor der Saison klar dazu bekannt, auf unseren Weg zurückzugelangen und wieder mehr auf jüngere Spieler zu setzen. Dass das gewisse Risiken birgt, war uns klar. Doch wir haben Mut gezeigt und sind bislang dafür belohnt worden. Wir haben einige junge Spieler in unseren Reihen, die sich sehr positiv entwickelt haben«, sagte Virkus, Borussias Geschäftsführer Spor, zuletzt. 

Luca Netz genießt auf der linken Abwehrseite auch das vollste Vertrauen. Der 20-Jährige hat jetzt schon mehr Spielminuten (694) als in der kompletten Saison 2022/ 23 auf seinem Konto (693). Mit zuletzt zwei Torvorlagen in Freiburg und gegen Wolfsburg unterstrich der Berliner seine aufstrebende Form und untermauerte seine Ambitionen in der Fohlenelf. Laut Virkus hat »Luca beispielsweise im Vergleich zum Saisonstart schon jetzt enorm viel dazugelernt«. Netz hätte in seiner Entwicklung sogar noch einen Schritt weiter sein können, wenn er in der abgelaufenen Spielzeit noch mehr Einsätze bekommen hätte. Doch Ex-Trainer Daniel Farke setzte nahezu krampfhaft auf den Abwanderungswilligen Ramy Bensebaini und verpasste die Chance, schon früh die Weichen für die jungen Spieler zu stellen. 

Realistische Ziele bei Borussia

Mit Tomáš Čvančara (23), Nathan Ngoumou (23), Manu Koné (22) und Fabio Chiarodia (18) zählen weitere junge Spieler zum erweiterten Stammpersonal. »Wir haben uns in der Breite besser aufgestellt. Zudem schafft es der Trainer bislang, den ganzen Kader mitzunehmen und allen Spielern das Gefühl zu geben, dass sie gebraucht werden. Dadurch, dass wir viele Spieler auf ähnlichem Niveau im Kader haben, sind wir auch viel besser in der Lage dazu, flexibler auf einen Gegner zu reagieren«, erklärt Virkus. 

Trotz der aktuell schönen Momentaufnahme mit der kleinen Serie vor der Länderspielpause und Platz neun in der Bundesliga-Tabelle wird rund um den Borussia-Park niemand überheblich. Die Ziele und Ambitionen sind laut Virkus weiterhin klar definiert: »Wir sehen die Saison weiter als Entwicklungsprozess. Wenn die Jungs sich in allen Facetten so gut entwickeln, erhöht es die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu sein. Unser aktueller Tabellenplatz ist eine schöne Momentaufnahme. Es werden aber auch wieder Phasen kommen, in denen es nicht rund laufen wird. Auch dann müssen wir weiter von dem eingeschlagenen Weg überzeugt sein und an der Weiterentwicklung arbeiten.« Nach der Pause wartet mit den Dortmundern ein angeschlagener Gegner. Präsentiert sich die Fohlenelf weiter wie zuletzt, ist auch im Westfalenstadion etwas möglich… 

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